(Un)sichtbare Barrieren – Eine eindrucksvolle theatrale Spurensuche
Mit ihrer Eigenproduktion „Unsichtbare Barrieren“ präsentiert der DS-Kurs der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule aus Ober-Ramstadt eine Performance, die unter die Haut geht. Zwischen Szenencollage und körperbetontem Spiel entfaltet sich ein Stück, das aktuelle gesellschaftliche und politische Fragestellungen aufgreift.
Was diese Arbeit besonders macht, ist ihre kluge Verbindung von Poesie und Sinnlichkeit. Die Spieler*innen schaffen Bilder, die sich nicht nur erschließen, sondern spürbar werden: Grenzen, die nicht sichtbar sind, werden auf der Bühne körperlich erfahrbar. Trennendes und Verbindendes stehen dabei immer wieder im Spannungsfeld und eröffnen dem Publikum Raum für eigene Gedanken und Assoziationen.
Beeindruckend ist zudem das hohe Maß an theatralem Können, das der Kurs bereits in der E-Phase zeigt. Hier wird deutlich: Theaterarbeit auf diesem Niveau ist keine Frage des Alters, sondern des gemeinsamen Gestaltungswillens. Das Ensemble überzeugt durch Präzision, Ausdrucksstärke und ein feines Gespür für Rhythmus und Wirkung.
„Unsichtbare Barrieren“ ist ein starkes Beispiel dafür, wie Schultheater relevante Themen verhandeln und zugleich ästhetisch anspruchsvoll umsetzen kann. Ein intensiver, berührender Beitrag, der lange nachhallt.
Sina und Simone für die HSTT-Jury
