Ausschreibung 37. Schultheater der Länder in Ulm 19. - 25. September 2021

Thema: #theater_digitalitaet

Der Bundesverband Theater in Schulen (BVTS) und der Landesverband Theater in Schulen Baden-Württemberg e.V. laden zum 36. Bundeswettbewerb Schultheater der Länder (SDL*21) vom 19. – 25. September 2021 in Ulm ein.

Aufgrund pandemiebedingter Unklarheiten, ob und in welchem Format das SDL 2021 stattfinden kann, planen die Veranstalter folgende Varianten: 

  1. Das SDL 2021 findet vom 19.9. – 24. oder 25.9.2021 in Ulm als Präsenzveranstaltung mit allen beteiligten Ländergruppen statt.
  2. Das SDL 2021 findet vom 19.9.-24.9.2021 in ausschließlich digitalen Formaten statt.  
  3. Das SDL 2021 findet vom 19.9. – 24.9.2021 in einer Mischform statt. Abhängig von den konkreten Situationen in den einzelnen Bundesländern sind Gruppen aus den Ländern ganz oder teilweise präsent oder nehmen nur mit digitalen Formaten am Festival teil.

Ulm bleibt Veranstaltungsort für alle drei Varianten.

Das SDL 2021 wird nur dann abgesagt, wenn keine der drei Varianten organisatorisch möglich sind.

Ab Ende September 2020 findet sich auf der Homepage des BVTS ein Video-Trailer, in dem Ulm und die dort zur Verfügung stehenden Aufführungsorte vorgestellt werden

Ausschreibung

#theater_digitalitaet
Die Digitalisierung bestimmt zunehmend den alltäglichen Umgang der Menschen miteinander, hat großen Einfluss auf ihr Verhalten und regelt zum großen Teil die Kommunikationsformen im Alltag. Dabei sind vielfältige Verbindungen zwischen analoger und digitaler Welt entstanden, die mit dem Begriff „Digitalität“ bezeichnet werden, einer Wortschöpfung aus digital und Materialität/Realität. So ist das Internet zu einem virtuellen Ort geworden, an dem Menschen sozialen Handlungen nachgehen, die einen großen Teil ihrer Grundbedürfnisse erfüllen: sich informieren, arbeiten, einkaufen, spielen, am gesellschaftlich-kulturellen Leben teilnehmen. In Zeiten der Pandemie hat dieser virtuelle Ort reale Orte der Begegnung und Zusammenarbeit ganz oder teilweise ersetzen müssen, z. B. in home office und home schooling. Gerade jetzt in Zeiten der Corona-Krise bietet sich die Chance, gemeinsam mit den Schüler*innen neue digitale Formen des Theaterunterrichts zu erproben und zu erforschen.

Digitalität stellt Individuen, Gesellschaften und Staaten im 21. Jahrhundert vor die Aufgabe, ein demokratisch legitimiertes Regelsystem zu entwickeln, um die Chancen der Digitalisierung sinnvoll zu nutzen und Missbrauch auszuschließen. Junge Menschen wachsen als „digital natives“ in einer Welt auf, die ihre Identitätsbildung und Körperlichkeit beeinflusst, damit die Wahrnehmung von sich selbst und der Welt grundlegend verändert, ihnen gleichzeitig aber auch die Möglichkeit bietet, virtuelle Welten aktiv zu gestalten.



 

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Die hessische Gruppe 2019 in Halle

GK Darstellendes Spiel vom Wilhelmsgymnasium Kassel - unter der Leitung von Kirstin Porsche - vertrat Hessen beim SDL 2019 in Halle mit der Theaterproduktion „Räume!Räumen!“ „Raum.Bühne“ war das Thema des bundesweit größten alljährlichen Festivals „Schultheater der Länder“, das vom 22. bis 28. September 2019 in Halle stattfand. Es kamen über 250 Schülerinnen und Schüler sowie weit über 200 Lehrkräfte aus der gesamten Bundesrepublik in Halle (Saale) zusammen, um Schultheater zu sehen, zu erleben, zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Bereits beim theatralen Auftakt – einem performativen „Audio Walk“ – rund um das Gelände der Spielstätte „Steintor Varieté“ in Halle traten die eingeladenen 16 Schultheatergruppen und das Fachpublikum mit dem Thema „Raum“ in Aktion und lernten sich untereinander kennen. Das Land Hessen wurde von dem Grundkurs Darstellendes Spiel Q1 des Wilhelmsgymnasiums Kassel unter der Leitung von Kirstin Porsche vertreten. Die 23 Schülerinnen und Schüler gingen mit der Eigenproduktion „Räume!Räumen!“ Fragen zum Raum nach und loteten mit einem performativen Ansatz die Verschiedenheit und Wandelbarkeit von Räumen aus. Da gab es große, kleine, enge, weite, offene, geschlossene, hohe, tiefe, geordnete, ungeordnete, vertraute, fremde, soziale Räume – und auch Freiräume, Klangräume, Atemräume, Schutzräume, Sprachräume, Ausstellungsräume … Raum bot ihnen Widerstand, Orientierung, Möglichkeit zum Experiment, zum Wechselspiel zwischen Innen und Außen. Die Theatergruppe eröffnete „Eine Welt voller Räume!“ und überzeugte das Fachpublikum sowie die anderen Spielgruppen von ihrer Experimentierfreude und der spielerischen Veränderung von Bühnen-Räumen. Der künstlerisch-ästhetische Zugriff auf das Thema Raum und die hohe Bühnenpräsenz begeisterten das Publikum, das die 23 Spieler_innen mit langanhaltendem Applaus würdigte. Das eindrucksvolle Theaterfestival behandelte das Thema „Raum.Bühne“ nicht nur im Licht der Schweinwerfer. Anlass zur intensiven Auseinandersetzung bot zudem das umfangreiche Rahmenprogramm - u.a. szenische Nachgespräche, Vorträge, Workshops, Fachgespräche, Exkursionen etc. Die theaterbegeisterten Kinder und Jugendlichen setzten sich in zahlreichen praktischen Workshops vertiefend mit performativen, virtuellen, akustischen, politischen u.a. Aspekten von „Raum.Bühne“ auseinander. Parallel dazu wurde für die Fachtagungsteilnehmer_innen und Spielleitungen ein vielschichtiges Angebot an interessanten Fachvorträgen (u.a. PD Dr. Birgit Wiens "Raum bereiten: Szenographie im Theater") und Workshops (u.a. Liz Rech „Performance und choreografische Strategien im Kontext einer szenischen Rauminstallation“) angeboten, um sich fortzubilden und als Multiplikator_innen für die Weiterentwicklung von Theater an der Schule zu qualifizieren. Raum für spannende Begegnungen, das wechselseitige Kennenlernen der Spielgruppen, moderierte Nachgespräche, künstlerische Aktionen und vieles mehr bot darüber hinaus das viel besuchte und sehr gelungen gestaltete Festivalzentrum. Abschließend ein Zitat aus dem Grußwort zur Eröffnung des SDL 2019 von Marco Tullner, dem Schirmherrn und Bildungsminister von Sachsen-Anhalt, der feststellt, warum „Schultheater seinen Platz in der Schule braucht. Es ist eine Form von Bildung, die alle Sinne und auch Kompetenzen umfasst, die im normalen Unterricht nicht abgedeckt werden.“ Das haben die 23 Schüler_innen vom Wilhelmsgymnasium hautnah erleben dürfen in dieser SDL 2019 Festival-Woche in Halle. Sie waren begeistert und fuhren geprägt von vielen neuen und sicher anhaltenden Erfahrungen und Eindrücken nach Hause. Könnten sie sich nächstes Jahr gleich wieder bewerben, würden sie das sofort tun!

Text: Kirstin Porsche
Fotos: Peter Hönig